Künstlerische Forschung


Weitere Informationen zu Projekten künstlerischer Forschung im Rahmen des PEEK-Programms des FWF finden Sie in der Projektübersicht:
Projekte künstlerischer Forschung


originalcopy – Post-digitale Strategien der Aneignung

Michael Kargl

Institut für bildende und mediale Kunst
Im Kontext digitaler Technologien ist das Kopieren von Datenmaterial gleichermaßen allgegenwärtig wie unsichtbar. „originalcopy“ ist ein künstlerisch-wissenschaftliches Forschungsprojekt, das die Möglichkeiten dieses Phänomens beleuchtet und mit seinen eigenen Mitteln – jenen der Kopie – zur Diskussion stellt. Das Projekt konzentriert sich auf das Spannungsfeld zwischen der Flüchtigkeit digitaler Technologien und der Art und Weise wie sich diese Technologien in einer künstlerischen Formen- und Materialsprache ausdrücken. „originalcopy“ ist dabei weniger an den Ergebnissen des Kopierens interessiert, als vielmehr an den Prozessen, die zu den Ergebnissen führen.

Ausgangspunkt von „originalcopy“ ist die Annahme, dass sich Original und Kopie nicht nur zusehends ähneln, sondern dass sich das Phänomen der Kopie – auch abseits digitaler Zusammenhänge – derart in künstlerische Produktionsvorgänge eingeschrieben hat, dass die beiden Kategorien nicht mehr voneinander zu trennen sind. Wie der Titel des Projekts nahe legt, sind die beiden Pole von Original und Kopie zu einer neuen Einheit verschmolzen und werden innerhalb des Forschungszusammenhangs zweifach produktiv eingesetzt: Einmal, indem „originalcopy“ die Effekte untersucht, die dieses Phänomen auf das aktuelle Kunstschaffen hat. Zum anderen, indem der auf dem Moment der Wiederholung basierende Akt des Kopierens selbst künstlerisch angewendet wird.

Mit einer Webseite als zentraler Austragungsort der Recherche, mit der Zusammenarbeit mit ausgewählten KünstlerInnen und TheoretikerInnen, mit Vorträgen, Büchern und Ausstellungen, die die Methodologie des Forschungsprojekts diskutiert, ist das Ziel von „originalcopy“, einen Kontext zu schaffen, in dem nicht die Gegenüberstellung von Original und Kopie zählt, sondern in dem sich das Pendeln zwischen diesen beiden Polen als künstlerische Praxis beweist. Die Forschungsmethode der „performativen Recherche“, die hierfür zum Einsatz kommt, beschreibt ein Verfahren, das auf dem Akt des Kopierens basiert. Diese Methode entspringt nicht nur der Thematik des Forschungsprojekts, sondern wirkt in einem Kreislauf auch als künstlerisches Handeln auf das gesamte Forschungsfeld zurück.

www.ocopy.net