Aktuell

 

Der Traum einer Sache. Social Design zwischen Utopie und Alltag

Presseführung
3. November 2009, 11:00
Ausstellungseröffnung
3. November 2009, 18:00
Ausstellungsdauer

Öffnungszeiten: Di - So 15:00 - 19:00

4. November 2009 - 12. Dezember 2009
Angewandte, Expositur Zollamtsstraße, Vordere Zollamtsstraße 3, 1030 Wien

Social Design, verstanden als Gestalten mit sozialer Verantwortung, ist heute von zunehmender Relevanz. Die Ausstellung "Der Traum einer Sache - Social Design zwischen Utopie und Alltag“ greift diesen Ansatz auf: In fünf Themensträngen zeigt sie historische Bezüge, hinterfragt Motivationen und Versprechen des Social Design und beleuchtet aktuelle Umsetzungsstrategien. Erstellt wurde die Ausstellung von einem interdisziplinären KuratorInnenteam im Rahmen des /ecm-Masterlehrgangs der Universität für angewandte Kunst Wien. Sie wird durch ein vielfältiges Rahmenprogramm mit internationalen ExpertInnen ergänzt.

 

Wir kommunizieren mit dem Handy, fahren mit der U-Bahn zur Arbeit und setzen uns im Büro an den Computer. Die Dinge, die uns tagtäglich umgeben, haben sich durch technologische Neuerungen erheblich verändert. Entsprechend wirft ihre Gestaltung neue Fragen auf. Social Design versucht, diese Herausforderungen anzunehmen, indem es den Fokus nicht nur auf Styling, sondern auch auf gesellschaftliche Fragestellungen legt: Wie kann mit knappen Ressourcen umgegangen werden? Wie kann Wissen produziert und geteilt werden? Wie können alle gleich von technologischen Entwicklungen profitieren? Wie lassen sich soziale Problemstellungen sichtbar machen?

 

Die Ausstellung "Der Traum einer Sache - Social Design zwischen Utopie und Alltag“ stellt den Begriff Social Design zur Diskussion: Historische Bezüge, Motivationen und Versprechen ebenso wie zeitgenössische Strategien werden in fünf Themensträngen aufgeschlüsselt und anhand von rund 60 Objekten illustriert. Dabei verdeutlicht die visuelle Übersetzung in ein UBahn-Netz die Vielschichtigkeit von Social Design. BesucherInnen können sich anhand der Linien durch die Ausstellung bewegen, die einzelnen "Stationen“ besuchen und an den Kreuzungen in andere Linien "umsteigen“.

 
Die Linie Moderne Utopien greift historische Bezugspunkte von Social Design anhand von Beispielen wie einem Work Chart für DesignerInnen von Victor Papanek, der mobilen Bibliothek von Friedrich Kiesler, Entwürfen von Margarete Schütte-Lihotzky oder einer Videoarbeit zu den sozialen Ideen der Moderne von Dorit Margreiter auf.

 

Der Widerspruch technologischer Entwicklung als Lösung und gleichzeitig Ursache gesellschaftlicher Probleme wird in der Linie Fortschrittversprechen verhandelt. Im Fokus stehen dabei die Designkonzepte zu Wohn-und Lebenswelten der 1960er und 1970er Jahre, die durch die Erschließung des Weltraums beeinflusst waren. Victor Papaneks Überlegungen zur Bionik zeigen die hochfliegenden Ideen dieser Epoche. Kritische Überlegungen von Theodor Adorno stehen dabei neben aktuellen Positionen wie der Wanderausstellung Massive Change von Bruce Mau, in der er aufruft, Missstände mit Design zu lösen.

 

Selbstdarstellungen und Leistungsanforderungen von GestalterInnen bilden in der Linie Produktionsbedingungen den Ausgangspunkt für eine Beleuchtung des Berufsbildes der DesignerInnen, ihrer Lebensformen, sowie der Arbeitsbedingungen "kreativer Arbeit“.

 

Der Infragestellung sozialer, politischer oder kultureller Festlegungen alltäglichen Handelns geht die Linie Kritische Untersuchungen nach. Dazu werden unter anderem Möbel aus den 1980er und 90er Jahren gezeigt, bei denen nicht mehr das schicke Design, sondern vielmehr die Reflexion über die sozialen Situationen, in denen sie verwendet werden, im Vordergrund stehen. Die Website www.socialdesignsite.com dient als Beispiel einer zeitgenössischen Plattform, die durch Vernetzung und Austausch soziale Veränderungen bewirken will.

 
Die Linie Gestaltungsspielräume spürt schließlich Strategien zeitgenössischer Projekte aus Kunst und Design auf, die darum ringen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. So bindet das von der KünstlerInnengruppe WochenKlausur initiierte Projekt Garbarage benachteiligte Personen in die Produktion von Recyclingmöbeln ein. Eine Videoarbeit von Jochen Traar dokumentiert seine Intervention in den öffentlichen Raum, die soziale Interaktion auslösen will. Und die Designerinnen Danklhampel untersuchen in einer Fotostudie die Wohnsituation alter Menschen.

 

"Der Traum einer Sache“ wurde von einem Team zusammengestellt, das sich durch einen interdisziplinären Zugang auszeichnet: die 21 KuratorInnen kommen aus Naturwissenschaft, Kunstgeschichte, Philosophie, Grafik und Kunst.

 

Die Ausstellung wird durch ein vielfältiges Rahmenprogramm ergänzt. Jeden Donnerstag nehmen internationale ExpertInnen in Gesprächsrunden zu Social Design Stellung, an Samstagen und Sonntagen führen die KuratorInnen in die Ausstellung ein.

 

 

Rahmenprogramm

 

Sa, 7. 11. 2009 15:00 - 16:00
Die Frankfurter Küche
Yun-Kyoung Nam (Han) (in koreanischer Sprache)

So, 8. 11. 2009 15:00 - 16:00
Vermittlung und Gestaltung - Kuratorinnendialog aus zwei Perspektiven Lisa Scharpegge, Rosina Huth

Sa, 14. 11. 2009 15:00 - 16:00
Design und Ethik Philipp Steinek, Marion Rücker

So, 15. 11. 2009 15:00 - 16:00
Utopie und Gestaltung Tatjana Gawron, Thomas Edelmann

Sa, 21. 11. 2009 15:00 - 16:00
Welche Rolle spielt technischer Fortschritt in sozialen Utopien?
Helene Wagner, Franziska Nittinger

So, 22. 11. 2009 15:00
Wien zum Einsteigen. Die Stadt mit der U-Bahn erkunden:
Stadtführung mit Julia Schnegg und Barbara Garmusch Treffpunkt in der Ausstellung

 

So, 29. 11. 2009 15:00 - 16:00

Imagebildung von DesignerInnen - Built with indexhibit Elisabeth Sturm, Silvester Ölzant

 

Sa, 5. 12. 2009 15:00 - 16:00

Gestaltungsdenken in modernen Utopien Agnes Hannes

 

So, 6. 12. 2009 15:00 - 16:00

Design und Ideologie Katharina Hager von Strobele

Weitere Führungen nach Voranmeldung: vermittlung@socialdesign.at


Diskussionen und Vorträge

Do, 5. 11. 2009 19:00 - 21:00
Diskussionsrunde
Was kann Social Design und was soll es?
Zum theoretischen und historischen Kontext Martina Fineder (Designtheoretikerin, Wien), Thomas Geisler (Designforscher, Wien), Lisa Elena Hampel (Danklhampel, Wien)
Moderation: Agnes Hannes, Lisa Scharpegge

Do, 12. 11. 2009 18:00 - 21:00
Workshop und Diskussion (in englischer Sprache) SoYouKnow - Socialize Your Knowledge Glória Costa und Suk-Han Tang (www.socialdesignsite.com, Berlin)
Moderation: Lisa Scharpegge, Nora Gogl
Max. TeilnehmerInnenanzahl: 40 Personen
Um Anmeldung wird gebeten unter: vermittlung@socialdesign.at

Do, 19. 11. 2009 19:00 - 21:00
Diskussionsrunde mit Filmscreening (in englischer Sprache) How to mix art and activism?
Gäste: Bernadette La Hengst (Kunstaktivistin, Musikerin, Berlin), Nikolay Oleynikov - Chto delat (Kunstaktivist, Moskau)
Moderation: Julia Schnegg, Barbara Garmusch

Do, 26. 11. 2009 18:00 - 21:00
Katalogpräsentation und Diskussionsrunde Was heißt hier sozial? Zum Begriff der sozialen Verantwortung Nicolas Beucker (Professor für Social Design an der Hochschule Niederrhein, Krefeld), Nora Sternfeld (trafo.K, Wien)
Moderation: Julia Schnegg

Do, 3. 12. 2009 19:00 - 20:30
Exhibition as a Vision Machine.
Zu Friedrich Kieslers künstlerischer Ausstellungspraxis Monika Pessler (Direktorin, Kiesler Stiftung, Wien)

 

Do, 10. 12. 2009 19:00  - 21:00

Diskussionsrunde
Was kann eine Ausstellung? Oder: wie sehen eigentlich soziale Prozesse aus?
Kerstin Stakemeier (Autorin/Organisatorin, Berlin), Luisa Ziaja (Kuratorin, Wien)
Moderation: Julia Schnegg, Lisa Scharpegge

 

Fr, 11. 12. 2009 19:00 - 20:30

Vortrag
Politik des Ausstellens
Marius Babias (Direktor neuer berliner kunstverein, Berlin)

 

Sa, 12. 12. 2009 19:00

Finissage

 

 

Weitere Informationen

www.socialdesign.at

 

Rückfragehinweis
Mag. Anja Seipenbusch
Universität für angewandte Kunst Wien
Stabsstelle für Öffentlichkeitsarbeit
T: +43-1-71133-2161
E: anja.seipenbusch@uni-ak.ac.at

Ruth Strondl
/ecm-Masterlehrgang
PR zur Ausstellung
T: +43 (0) 664 60514 4024
E: ruth.strondl@khm.at

Pressetext (PDF, 153 KB)
Einladung (PDF, 141 KB)
Folder (PDF, 239 KB)
Plakat (PDF, 267 KB)
Streifenkarte (PDF, 53 KB)
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