when home won`t let you stay
04.05.2016

Ausstellung der Universität für angewandte Kunst Wien:
Eröffnung: MIttwoch, 4. Mai 2016 um 18.30 Uhr
Mit Rap-Performance, Lecture-Performance und Livemusik.
 
Ausstellungszentrum der Angewandten, Heiligenkreuzer Hof, Schönlaterngasse 5, 1010 Wien
Ausstellungsdauer: 5. bis 25. Mai 2016. Mo bis Fr von 14 bis 18 Uhr
Auf der 3.500 km langen Reise von seinem zurückgelassenen Zuhause in Aleppo nach Wien wird ein syrischer Flüchtling zugleich Zeuge und Opfer jenes ‚State of Humanity‘, der unsere Gegenwart kennzeichnet. Wenn wir versuchen, die Welt mit den Augen einer Person zu betrachten, die sich der Zuflucht wegen auf den Weg gemacht hat, offenbart sich ein schonungsloses Bild von niederschmetternden (zwischen)menschlichen Erfahrungen, Katastrophen, die aus einer schier endlosen Aneinanderreihung von Gräueltaten und erlebter Gleichgültigkeit erwachsen; aber auch die Perspektive von Hilfsbereitschaft und Mitgefühl. Die Ausstellung when home won’t let you stay fokussiert auf diese erstaunliche Bandbreite menschlicher Handlungsweisen und untersucht zugleich den Humanitätsbegriff des frühen 21. Jahrhunderts. Sie fragt, was es im Heute bedeuten mag, ‚human‘ zu sein, vor dem Hintergrund gängiger Ideale von Menschlichkeit und Menschenrechten.

Die Ausstellung thematisiert die Möglichkeiten sozioökonomischer und politischer Entwicklungen hin zu einer bewusst gelebten Koexistenz – nicht als eine temporäre Lösung der unmittelbaren Katastrophe, der sogenannten Flüchtlingskrise, sondern als Konfrontation mit unseren Zugängen zum Menschsein per se.
Gemeinsam mit dem Ausstellungstitel when home won’t let you stay, einer Zeile aus dem Gedicht Home von Warsan Shire* versucht diese Präsentation die Reisen der Vertriebenen zu beleuchten: den langen Weg vom verlorenen Zuhause zu jenem neuen, das erst gebaut werden wird müssen.

 
Kuratiert von Isin Önol
Isin Önol ist international tätige Autorin und Kuratorin, seit 2009 mit Wohnsitz in Wien. Von 2006 bis 2009 leitete sie das Elgiz Museum of Contemporary Art in Istanbul. Naben ihrer akademischen Tätigkeit im Bereich der Gegenwartskunst und Kulturwissenschaften organisiert sie Ausstellungsprojekte, Talks und andere kunstbezogene Veranstaltungen.

 
Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:
2+1 / Selda Asal & Özgür Erkörk Moroder & Saleh Rozati: Musik-Video eines Rap-Songs,  geschrieben und gesungen von Teenager-Flüchtlingen in Österreich. Selda Asal lebt und arbeitet in Berlin.
Fatih Aydogdu, Wien: Installation
Bernhard Cella, Wien: Künstlerbuch mit 10 jungen afghanischen DesignerInnen, die nach Österreich geflüchtet sind.
Canan Dagdelen, Wien. Künstlerin, lehrt an der Angewandten. Keramik- Arbeit zum Thema Heimat und das architektonische Setting orientaler Gebäude.
Omar Imam, Libanon, vormals Syrien. Fotografie-Installation.
Ebru Kurbak, Wien, Wissenschafterin an der Angewandten & Künstlerin. Arbeitet an einem aktuellen ‚Lonely Planet‘ (Reiseführer) über Syrien.
Lorie Novak, New York City, arbeitet mit Abbildungen von Geflohenen und Flüchtenden in New York Times-Zeitungsausgaben seit dem Jahr 2000.
Erkan Özgen, Kurdischer Künstler, lebt in Diyarbakir / Türkei. Video. Ein Kind schildert seine Flucht vor dem sogenannten IS ohne Worte.
Mario Rizzi, Berlin, vormals Italien: Dokumentarfilm (30 Min.) über ein Flüchtlingslager im Libanon.
Pinar Ögrenci, Istanbul. Performance und Film über das Lied Mawtini, welches in etlichen arabischen Ländern eine hohe Bedeutung bzw. Idendifikationskraft hat (Palästina, Irak, Syrien).
Hansel Sato, Wien, vormals Peru: Satirische Arbeit zum Thema.
Cengiz Tekin, Kurdischer Künstler, lebt in Diyarbakir / Türkei: Abstrakter Kurzfilm.
Aslihan Ünaldi, New York City: Spielfilm. Die Filmemacherin wirft einen intimen Blick in das gefährliche Leben dreier Freunde aus Aleppo, welche zur türkischen Grenze nach Gaziantep geflüchtet waren.
Mirwais Wakil, Wien und Großbritannien, vormals Afghanistan. Performative Lesung.
 
 
*Warsan Shire, Home, Poem, 2015 / Frühere Version erschienen in Teaching my mother how to give birth, Flipped Eye, London 2011
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