Lehrende und MitarbeiterInnen

Logar, Ernst wiss. Mitarb. Mag.art.

Titel
Reflecting Oil - Workshop XVI
Untertitel
Bernhard Schmidt
Typ
FWF PEEK Projekt
Schlagwörter
Technisches Museum Wien , Bergbau
Texte
Bernhard Schmidt ist Naturwissenschaftler, Museumspädagoge und seit 2012 Teamleiter der Abteilung Energie & Bergbau des Wiener Technischen Museums. Während er sich intensiv mit Fragen von Nachhaltigkeit und Ökologie beschäftigt, war seine erste Aufgabe die Neugestaltung der Ausstellung über Öl & Erdgas. Möglich wurde diese Neugestaltung durch eine Kooperation mit der OMV Aktiengesellschaft an dem Projekt, die ein neues Image der Ölindustrie fördern wollte. Die Entwicklung der 2014 eröffneten Neugestaltung dauerte eineinhalb Jahre. Ihre Suche nach Exponaten führte Bernhard Schmidt und seine Kolleg*innen in die Lagerräume des Technischen Museums Wien, in das historische, kleine Ölmuseum in Neusiedl an der Zeya, das einige Objekte spendete, und sogar zu einer OMV-Bohrung nach Erdgas in Österreich. Dort konnte das Team die Bohrarbeiten und die Sicherheitsvorkehrungen besichtigen. Bernhard Schmidt beschreibt, wie der Standort jetzt wieder vollkommen unsichtbar ist, da die OMV tatsächlich darauf geachtet hat, die Umwelt so wenig wie möglich zu kontaminieren. Um die Ausstellung zu strukturieren, wurden sieben wichtige Orte und Themen identifiziert, die für die Öl- und Gasindustrie von Bedeutung sind. Der erste, Zistersdorf, ist ein wichtiger Standort für die Ölförderung in Österreich. Er spielte eine bedeutende Rolle in der frühen Ölgeschichte Österreichs, die bis ins späte 19. Jahrhundert zurückreicht, als die Habsburgermonarchie der drittwichtigste Ölexporteur weltweit war. Ein Gemälde von Reinhold Völkel aus dem Jahr 1910 bietet einen visuellen Bericht der Zerstörung, die die Infrastruktur für die Ölförderung damals in der natürlichen Landschaft verursachte. Der zweite Standort, Gullfaks, ein Öl- und Gasfeld im norwegischen Sektor der Nordsee, zeigt Offshorebohrungen und ihre Auswirkungen auf die Natur. Die italienische Hafenstadt Triest veranschaulicht den internationalen Ölmarkt mit der Ankunft von Rohöl auf dem Seeweg. Von dort gelangt das Öl über eine Pipeline zur Ölraffinerie der OMV in Schwechat, einem weiteren zentralen Ort der Ausstellung. In diesem Ausstellungsabschnitt wird auch ein historischer Koffer mit Ölproben für den Unterricht von Shell aus dem Lager des Technischen Museums gezeigt. Die Schüler*innen mussten in der Lage sein, Proben anhand von Farbe, Viskosität und Geruch zu identifizieren. Die Kaiserstraße, eine Straße in Wien, zeigt beispielhaft, wofür Erdöl im städtischen Alltag verwendet wird, unter anderem für Wärme, Strom und die Herstellung von Materialien wie Kunststoff. Wir konnten bislang keinen Ersatz finden, der alle diese Funktionen erfüllen kann. Während der Schwerpunkt der vorherigen Ausstellung auf Technologie lag, werden bei der Neugestaltung die politischen und menschlichen Aspekte berücksichtigt: „Ohne Menschen haben wir keine Technologie‟. In Bezug auf die Darstellung der Energiequellen durch das Museum müssen erneuerbare Energien und die Ölindustrie ein Gleichgewicht finden, da „wir Erdöl noch nicht überwunden haben“., Bernhard Schmidt is a natural scientist, museum educator and head of the Vienna Technical Museum’s Energy & Mining division since 2012. While he is very much engaged with sustainability and environmental issues, his first job in his role was a redesign of the exhibition on oil & natural gas. This redesign was made possible by a cooperation with OMV Aktiengesellschaft on the project, who were keen to promote a new image for the oil industry. It took one and a half years to develop and opened in 2014. Their research led Bernhard Schmidt and his colleagues to look for potential exhibits in the vast storage facilities of the Vienna Technical Museum, in the small old oil museum in Neusiedl an der Zeya, which donated some objects, and even at an OMV drilling site for natural gas in Austria. There the team could observe the drilling operations and safety procedures. Bernhard Schmidt describes how the site is now perfectly invisible again, as OMV actually took care to leave as little contamination as possible in the environment. To structure the exhibition, seven key locations and topics of significance to the oil and gas industry were identified. The first one, Zistersdorf, is a key site for oil exploitation in Austria. It plays a significant role in Austria’s early history of oil which dates back to the late 19th century when the Habsburg Empire was the third most important oil exporter worldwide. A 1910 painting by Reinhold Völkel provides a visual account of the disruption that the infrastructure for oil extraction caused to the natural landscape back then. The second location, Gullfaks, an oil and gas field in the Norwegian sector of the North Sea, represents offshore drilling and its natural impact. The Italian harbour town of Trieste illustrates the international oil market with the arrival of crude oil by sea. From there the oil travels through a pipeline to the OMV’s oil refinery in Schwechat, another key location of the exhibition. This segment of the exhibition also features a historic case of probe samples by Shell for educational purposes from the Technical Museum’s storage. Students had to be able to identify samples by colour, viscosity and smell. Kaiserstrasse, a street in Vienna, exemplified what oil is used for in everyday urban life, including heat, power and the making of materials like plastic. We have not been able to find a substitute. which can fulfil all these functions. While the emphasis of the previous exhibition was on technology, the redesign acknowledges the political and human aspects: “without humans, we don’t have technology”. In terms of the museum’s representation of energy sources, renewable energy and the oil industry must strike a balance as “we haven’t transcended oil yet”.
Projektleitung
Ernst Logar
Projektpartner*innen
Montanuniversität Leoben. Department Mineral Resources and Petroleum Engineering, Petrocultures research group
Förderung
Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung, Austrian Science Fund, Projekt AR 547.
Förderkategorie
Programme for Arts-based Research (PEEK)
Beteiligung
Bernhard Schmidt
Gast
Datum
Datum
2020-11-19 – 2020-11-19
URL