Lehrende und MitarbeiterInnen

Logar, Ernst wiss. Mitarb. Mag.art.

Titel
Reflecting Oil - Workshop VII
Untertitel
Herwig Turk
Typ
FWF PEEK Projekt
Schlagwörter
Labor, Experiment
Texte
In seinem zweiten Workshop präsentiert Herwig Turk unseren Projektpartner*Innen am Department Petroleum Engineering der Montanuniversität Leoben einige seiner Kunstprojekte zur Forschung im Labor. Diese Projekte können uns kreative und spielerische Möglichkeiten eröffnen, um die Geräte in den Labors von Leoben anders zu verwenden. Herwig präsentiert die Arbeiten hands on (2014), labscapes (2007) und tacit knowledge experiment 1 & 2 (2011). Anschließend spricht er über value/order (2011). Für diese Arbeit bat er Wissenschaftler*Innen, Objekte nach ihrem Wert zu ordnen, und ermutigte sie, über verschiedene Wertformen nachzudenken: monetär, sentimental, wissenschaftlich und so weiter. Die Ordnungssysteme der Wissenschaftler*Innen waren sehr unterschiedlich. Zuletzt präsentierte Herwig the conversation that never took place (2013). In dieser Arbeit bat er vier biomedizinische Forscher*Innen, über Themen zu sprechen, die sich wissenschaftlichen Antworten entzogen, wie beispielsweise Sterblichkeit. Das Video stellt die vier Wissenschaftler*Innen so dar, als ob sie zusammen im selben Raum wären. Sie waren durchaus überrascht, sich in einer Interviewsituation zu befinden, in der sie über das Leben spekulierten. Holger Ott befragt Herwig Turk, warum er versucht, die individuellen Ansichten und Persönlichkeiten von Wissenschaftler*Innen zu zeigen und wie das Publikum, sowohl Fachleute als auch Laien, auf die Arbeit reagiert hat. Herwig antwortet, dass er an Zweideutigkeiten interessiert ist und persönliche Aspekte von Forschung enthüllt, mit denen wir normalerweise nicht in Kontakt treten können. Die zugrunde liegende Frage dieses Ansatzes lautet: „Wie kommen wir zu einem etablierten Diskurs?“. Das Publikum, sowohl Fachleute als auch Laien, neigt dazu, in diesem persönlichen Ansatz einen Bezugspunkt zu finden. Alejandra Rodríguez-Remedi stellt die Frage, nachdem Herwig in seinem Beitrag über labscapes (2007) beschreibt, wie die Fruchtfliege die Ästhetik des Labors bestimmt, inwieweit Erdöl die Ästhetik des Labors in Leoben determiniert. Pit Arnold antwortet, dass er dies jeden Tag anders empfindet, aber er kann die ästhetische Seite des zu untersuchenden Gesteins und der Flüssigkeit, die sich darin befindet, sehen. Alejandra fragt auch, was die Lieblingslaborobjekte des Leoben-Teams sind. Pit´s Lieblingsobjekt ist Gestein, weil es konkret ist. Karez Abdulhameed kann sich nur ein Konzept vorstellen (und kein Objekt): „Druck“, der sich direkt auf unsere Laborgeräte auswirkt; zum Beispiel wenn man an Stauseen und Bohrungen denkt. Ernst Logar befragt Karez, ob sie einen Unterschied zwischen dem Verständnis von Erdöl in Österreich und im Irak sieht. Karez antwortet, dass sie erkannt hat, dass diese Substanz für Menschen in Österreich gleichbedeutend mit Energie ist, um beispielsweise ihre Autos zu tanken. Aber im Irak bedeutet Erdöl, „Beitrag zur Wirtschaft“, „Regierung“, „Politik“, „Konflikt“., In his second workshop, Herwig Turk presents several of his art projects dealing with laboratory research to our project partners at the Department Petroleum Engineering at Montanuniversität Leoben. These projects can open up creative and playful possibilities of using the lab equipment at Leoben for us. Herwig presents the works hands on (2014), labscapes (2007), and tacit knowledge experiment 1 & 2 (2011). He then talks about value/order (2011). For this work, he asked scientists to order objects according to their value, encouraging them to think about different forms of value: monetary, sentimental, scientific, and so on. The scientists’ systems of order were very different. Lastly, Herwig presented the conversation that never took place (2013). In this work, he asked four biomedical researchers to talk about topics that eluded scientific answers, such as mortality. The video makes the four scientists look as if they are together in the same room. The scientists were surprised to find themselves in a situation in which they were speculating about life. Holger Ott asks Herwig why he tries to show the individual views and personalities of scientists and how audiences, both expert and non-expert, responded to the work. Herwig answers that he is interested in ambiguity and in revealing personal aspects of scientists that we do not normally get the chance to engage with. The underlying question of this approach is: ‘How do we arrive at an established discourse?’ The audience, both expert and non, tend to connect with this personal approach. Following Herwig’s description in his discussion of labscapes (2007), that the fruit fly creates the aesthetics of the lab, Alejandra Rodríguez-Remedi asks to what extent oil creates the aesthetics of the Leoben lab? Pit Arnold answers that every day is different, but he can see the aesthetic side of the rock and the fluid that takes place within it. Alejandra also asks what the Leoben team participants’ favourite lab objects are. Pit’s is rock, because it is hands-on; Karez can only think of a concept (rather than an object): ‘pressure’, which directly affects our lab equipment; thinking of reservoirs and drilling, for example. Ernst Logar then asks Karez if she sees a difference between Austria’s understanding of oil and Iraq’s. Karez answers that she has realised that for Austrians oil equals energy to fuel their cars, for example. But in Iraq, oil means ‘contribution to the economy,’ ‘government,’ ‘politics,’ ‘conflict’.
Projektleitung
Ernst Logar
Projektpartner*innen
Montanuniversität Leoben. Department Mineral Resources and Petroleum Engineering, Petrocultures research group
Förderung
Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung, Austrian Science Fund, Projekt AR 547.
Förderkategorie
Programme for Arts-based Research (PEEK)
Beteiligung
Herwig Turk
Gast
Datum
Datum
2020-07-09 – 2020-07-09
URL