Lehrende und MitarbeiterInnen

Logar, Ernst wiss. Mitarb. Mag.art.

Titel
Reflecting Oil - Workshop XII
Untertitel
Oliver Ressler
Typ
FWF PEEK Projekt
Schlagwörter
Kapitalismus, Wirtschaft, Migration, Klimakrise
Texte
Oliver Ressler beschäftigt sich mit Alternativen zum Kapitalismus, mit der globalisierten Wirtschaft, mit Migration und Widerstand. Sein Fokus auf die Klimakrise begann 1996 mit seiner Installation 100 Jahre Treibhauseffekt inspiriert von den Schriften des schwedischen Wissenschaftlers Svante Arrhenius (1859-1927) über die globale Erwärmung sowie neueren Arbeiten zu nachhaltiger Entwicklung. Seither wuchs sein Interesse an der Klimabewegung und ihren Aktionen zivilen Ungehorsams, und er begann diese Protestaktivitäten zu dokumentieren. Everything’s coming together while everything’s falling apart (2016-2020) ist eine 6-Kanal-Videoinstallation, die sich auf direkte Aktionen und darauf wie solche Proteste organisiert werden, konzentriert. Seine Arbeit zielt auch darauf ab, der vorherrschenden Berichterstattung in den Medien entgegenzuwirken, die Einzelfälle zeigt statt eine globale, langfristige Bewegung zu dokumentieren. Carbon and Captivity (2020) über das Technology Center Mongstad (TCM) diskutiert CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS), eine Technologie, die die norwegische Regierung und Erdölunternehmen als öffentlich subventionierte Klimatechnologie zu etablieren versuchen. Ernst Logar fragt Oliver Ressler nach seiner Oil Spill Flag (2020), einer fotografischen Darstellung von verschüttetem Rohöl auf der norwegischen Flagge für seine Installation auf dem Fahnenmast vor dem Tromsø Center for Contemporary Art. Oil Spill Flag löste einen Skandal aus und wurde zweimal gestohlen, zuerst von Gunnar Nerdrum, einem ehemaligen Anwalt des Obersten Gerichtshofs von Norwegen, der gestand, dass er sie gestohlen hatte, weil er das Beschmieren dieses Symbols der Nation nicht ertragen konnte. Während der Wohlstand Norwegens darauf beruht, trägt der Erdölverbrauch des Landes zur Zerstörung des Lebensunterhalts der Menschen im globalen Süden bei. Man kann das als „Klimarassismus“ betrachten: „Wir“ (im Westen) ziehen daraus Vorteile, während Menschen, die in Ländern leben, in denen Öl gefördert wird und in den verarmten Gemeinschaften im globalen Süden, nichts davon haben. Oliver Ressler sieht seine Arbeiten als Werkzeuge, um zu informieren und zu helfen sich zu mobilisieren. So werden seine Filme neben der Präsentation in Kunsträumen in aktivistischen Kontexten verwendet und sind auch online verfügbar. Oliver Ressler sieht Klimawandel nicht als Folge einer Unwissenheit, die verhindert, dass Menschen kritische Zusammenhänge herstellen. Für ihn handelt es sich hierbei um ein wirtschaftliches, nicht etwa um ein psychologisches Problem. Es ist eine Frage von Kapitalismus und Machtverhältnissen. Er sieht die einzige Möglichkeit auf Veränderungen hinzuarbeiten darin, auf der Straße aktiv zu sein. Wir sollten dazu beitragen, die bestehende Bewegung stärker zu machen., Oliver Ressler deals with alternatives to capitalism, the global economy, migration and resistance. His focus on the climate crisis goes back to his 1996 installation, 100 Years of Greenhouse Effect, inspired by Swedish scientist Svante Arrhenius’ (1859-1927) writings on global warming as well as more recent work on sustainable development. Increasingly interested in the climate movement and its civil disobedience actions, he began to document the protest activities. Everything’s coming together while everything’s falling apart (2016-2020) is a 6-channel video installation focused on direct action and how such protestsare being organized. His work also aims to counteract the dominant media coverage, which presents isolated incidents rather than a global, long-term movement. Carbon and Captivity (2020), about the Technology Centre Mongstad (TCM) discusses carbon capture and storage (CCS), a technology the government of Norway and petroleum corporations try to establish as publicly subsidised climate technology. Ernst Logar then asks Oliver Ressler about his Oil Spill Flag (2020), a photographic representation of spilt crude oil on the Norwegian flag for his installation on the flag-pole in front of Tromsø Center for Contemporary Art. Oil Spill Flag caused a scandal and was stolen twice, first by Gunnar Nerdrum, a former Supreme Court of Norway lawyer, who confessed he stole it because he couldn’t bear the smearing of the national symbol. While making Norway prosperous, Norway’s oil consumption contributes to the destruction of people’s livelihood in the Global South. This can be considered ‘climate racism’. ‘We’ (in the West) get the benefits, while the people from the extraction sites or impoverished communities in the Global South don’t. Oliver Ressler sees his works as tools to inform and help people to mobilise. Indeed, his films are used in activist contexts and available online, in addition to being shown in art spaces. He does not see climate change as related to a lack of knowledge which impedes people’s ability to make critical connections. For him, it is an economic issue more than a psychological one, it is a question of capitalism and power. He believes that the only option to work towards change is to be active on the street. We should contribute to making the existing movement stronger.
Projektleitung
Ernst Logar
Projektpartner*innen
Montanuniversität Leoben. Department Mineral Resources and Petroleum Engineering, Petrocultures research group
Förderung
Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung, Austrian Science Fund, Projekt AR 547.
Förderkategorie
Programme for Arts-based Research (PEEK)
Beteiligung
Oliver Ressler
Gast
Datum
Datum
2020-09-10 – 2020-09-10
URL