Die Universität für angewandte Kunst
Wien freut sich, eine neue Berufung bekannt geben zu können: Das Duo Anderwald + Grond wird ab 1.10.2021 die Professur für
das Doktoratsprogramm Künstlerische Forschung (PhD in Art) gemeinsam übernehmen. Ruth Anderwald und Leonhard Grond fallen
seit Jahren durch einen produktiven analytischen Ansatz in der Kunstproduktion auf und bearbeiten intensiv das Feld der künstlerischen
Forschung in kreativen und kollaborativen Prozessen. Erst im Dezember 2020 erhielten sie für ihr künstlerisches Schaffen den
renommierten Kunstpreis der Stadt Graz.
An der Angewandten werden Anderwald + Grond die PhD-Kandidat:innen
betreuen und begleiten und zu Theorie und Praxis künstlerischer Forschung lehren. In Zusammenarbeit mit dem Team des an der
Universität beheimateten Zentrum Fokus Forschung werden die beiden Professor:innen sowohl national wie auch international
das für die Angewandte so wichtige Entwicklungsfeld der künstlerischen Forschung vertreten und weiterentwickeln. Anderwald
+ Grond: "Das Kunstwerk ist auch jenes Werk, welches die Kunst leistet: die Veränderung und Bewegung in Perspektiven, Konzepten,
Erkenntnissen, Methoden, Praktiken, in Affekten und sensorischen Erfahrungen, die im und durch das Kunstwerk und die dazugehörige
künstlerische und künstlerisch-forschende Praxis entstehen."
Ruth Anderwald ist Absolventin der
Akademie der bildenden Künste Wien („Expanded Pictorial Space“). Leonhard Grond studierte Architektur an der Technischen Universität
Wien bevor er seine Ausbildung an Friedl Kubelkas Schule für Fotografie absolvierte. Seit vielen Jahren arbeiten die beiden
gemeinsam als Anderwald + Grond im Zusammenhang von Experimentalfilm, Installation, Fotografie und Kunst im öffentlichen Raum
bei einer ständigen Verschränkung ihrer künstlerischen Praxis mit jener der künstlerischen Forschung. Ihre Arbeiten waren
bereits in der Whitechapel Gallery, London, im Wiener mumok, im Centre Pompidou, Paris, im Centre for Contemporary Art, Tel
Aviv, im Himalayas Art Museum, Shanghai oder in der Tate Modern, London zu sehen. Beide konnten im Laufe der Jahre umfassende
und unterschiedliche Lehr- und Vortragstätigkeiten ausüben, sowohl im akademischen wie auch im nicht-akademischen Feld, national
wie auch international. Die Universität für angewandte Kunst Wien stellt für Anderwald + Grond kein Neuland dar, da sie mit
ihrem aktuellen FWF-Forschungsprojekt mit der Angewandten verbunden sind und es bereits einzelne Kooperationen z.B. mit dem
Institut für Sprachkunst und mit dem Angewandte Innovation Lab gab und gibt.
In der Jurybegründung
für die Verleihung des Kunstpreises der Stadt Graz wurde unter anderem mehr über die Arbeit von Anderwald + Grond festgehalten:
Sie schaffen es dabei nicht nur Gattungs- und Mediengrenzen zu durchschreiten, sondern auch im Austausch mit Besucher:innen,
Forscher:innen, Jugendgruppen und Kurator:innen institutionalisierte Prozesse für eine produktiv distanzierte (Selbst-)Wahrnehmung
zu öffnen. „Die Angewandte als Vorreiterin einer transdisziplinären, disziplinenüberschreitenden Lehre und Forschung freut
sich sehr über die Berufung von Anderwald + Grond; umso mehr als wir so unseren PhD-Kandidat:innen optimale Begleitung und
Auseinandersetzung während ihres Doktoratsstudiums gewährleisten können“, erläutert Rektor Gerald Bast abschließend.