Ornament und Erkenntnis

Zur Überschneidung der künstlerischen und der wissenschaftlichen Sphäre im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts

Ein Symposium im Rahmen des Intra-Forschungsprojekts Ornament und Erkenntnis, gefördert von der Stadt Wien.
Ornament und Erkenntnis widmet sich der Verflechtung künstlerischer und wissenschaftlicher Erkenntnisprozesse im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Die Verbindung der beiden Sphären wurde zeitgenössisch sowohl in der Kunst als auch der Wissenschaft vielfach gefordert, um in der Zusammenschau einen Erkenntnisgewinn höherer Ordnung zu erzielen. 

Wie dringend dieser Anspruch in den 1920er und 1930er Jahren war, zeigen zahlreiche Projekte europäischer Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Schriftsteller*innen. Zu denken ist hier neben vielen anderen an die wissenschaftlich-literarischen Arbeiten von Thomas Mann und die poetisch-theoretischen Schriften von Antonin Artaud, an die stilistisch experimentellen Studien der (germanistischen) Geistesgeschichte (u.a. Friedrich Gundolf, Fritz Strich und Marianne Thalmann), an die Linien- und Farbtheorien von Paul Klee und Wassily Kandinsky sowie an ästhetische Positionierungen der avantgardistischen „Wiener Frauenkunst“. 

Bei der Zusammenschau künstlerischer sowie wissenschaftlicher Darstellungsformen und Erkenntnisprozesse handelte es sich bereits im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts um ein genuin fächer- bzw. genreübergreifendes Bestreben, das viel Aufmerksamkeit erhielt. Aus diesem Grund ist auch das Symposium transdisziplinär konzipiert und vereint Vorträge aus Kunst, Kunstwissenschaft, Germanistik, Vergleichender Literaturwissenschaft, Geschichte und aus den Kulturwissenschaften. 

Programm

13:00 Uhr
Begrüßung und Einführung: Elisabeth Grabenweger (Universität für angewandte Kunst Wien)

13:15 – 14:45 Uhr

  • Raphael Rosenberg (Universität Wien): Farben ≠ Formen: Kandinskys gescheitertes Experiment als Teil der Geschichte wissenschaftlicher Ästhetik
  • Deborah Holmes (Universität Salzburg): Weibliche Kritik der Wissenschaft. Entwicklungslinien in und um Wien ab 1900

14:45 – 15:00 Pause

15:00 – 16:30 
  • Elisabeth Grabenweger: Die Wahrheit der Abstraktion. Marianne Thalmanns Gestaltungsfragen der Lyrik von 1925
  • Elana Shapira (Universität für angewandte Kunst Wien): Wie sieht die Frau? Feminismus und Ästhetik in Wien 1930

16:30– 16:45 Pause

16:45 – 18:15
  • Annette Wolf (Deutsches Historisches Museum Berlin): Verfehlte Begegnung? Fritz Strichs Bezugnahme auf Heinrich Wölfflins Kunstgeschichtliche Grundbegriffe
  • Sabine Mainberger (Universität Bonn): Lave les lignes, Lava-Linien. Zu Antonin Artaud


19:00 Uhr
Régine Bonnefoit (Université Neuchâtel): Lineare «Übersetzungen» in der Kunst. Nur für diesen Abendvortrag ist ein Ticket notwendig. 
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Kontakt & Organisation
Elisabeth Grabenweger
E-Mail: elisabeth.grabenweger@uni-ak.ac.at



Fördergeber*innen:
  




 

Symposium
Symposium
27. Februar 2026, 13:00 - 18:15
Universität für angewandte Kunst Wien, Seminarraum 22, Vordere Zollamtsstraße 7, 1030 Wien
Abendvortrag
27. Februar 2026, 19:00
Heidi Horten Collection, Hanuschgasse 3, 1010 Wien