13. November 2017
„
Böse
Briefe. Eine Geschichte des Drohens und Erpressens“ (Brandstätter Verlag) von Ernst Strouhal (Lehrender in der Abteilung
Kulturwissenschaften) und Christoph Winder wurde am Freitag, 10. November an der Angewandten präsentiert.
„Es
ist erstaunlich, dass „Sex & Crime“ unsere Gesellschaft schon so lange beschäftigen“, konstatierte die Moderatorin des
Abends, Clarissa Stadler. Verlagsleiterin Elisabeth Stein begrüßte freudig das neue Wiener Ermittler-Duo: „Kaltblütig und
unerschrocken sind sie hinabgestiegen in die Kältekammern der Briefkultur, und mit besonderem Gespür für das Lächerliche im
Bösen haben sie echte Perlen der Komik zutage gefördert. Sie haben nicht nur die kranken Gehirne der Täter erforscht, sondern
sie erklären auch die Methoden von deren Gegenspielern, den Kriminalisten.“
Gerald Bast zeigte sich von dem Ergebnis
der Recherchen der Autoren beeindruckt: „Ich kenne wenige, die so viel publizieren, und so viel gelesen werden!“ Das Buch
sei nicht nur eine wertvolle Aufarbeitung der Historie des Drohens, sondern rege auch zur Auseinandersetzung damit an, was
in unserer heutigen Zeit – vor allem online – an Schmähungen passiert. Für Autor Ernst Strouhal ist das Doppelspiel von Raffinesse
und Dreistigkeit besonders spannend: „Die Briefe faszinieren durch das Böse, aber in ihrer Brutalität verstören sie auch.“
Christoph Winder freut sich über Sprache: „Oft haben wir es mit einer Kombination aus mephistophelischer Häme und Freundlichkeit
oder Geschäftsmäßigkeit zu tun.“ Schön seien auch die schnell gelösten Fälle, wenn der Erpresser die eigene Kontonummer für
die Überweisung des Geldes angibt. Tatsächlich ist den Autoren ein ebenso aufregender wie amüsanter Streifzug durch die Kriminalgeschichte
als Kulturgeschichte gelungen.