27. Juli 2026
Jan Völker: „Wir leben in einer Zeit, in der es einen großen Bedarf an Auseinandersetzung, an schwieriger
Diskussion, an Reibereien gibt. An weitergehenden Fragen der Orientierung im Denken, um es mit Kant zu sagen. Davon ausgehend
spüre ich großes Interesse und auch Entgegenkommen, gerade hier an der Angewandten. Es besteht ein regelrechter Bedarf an
Auseinandersetzung.“
Eine Kunstuniversität wie die Angewandte sieht Völker als idealen Ort für philosophischen
Diskurs: „Ich fasse Philosophie als Sache des Denkens auf – als ein Denken, das permanent unterbrochen wird. Erst über spezifische
Unterbrechungen kann sich Denken herausbilden. Kunst wäre eine solche Form der Unterbrechung, Kritik eine andere. Der praktische
Eintrag ist fürs Denken essenziell. Praxis ist kein Hindernis, sondern ein akutes Moment, wenn man die Frage nach der Philosophie
stellt. Ein solches Denken, das sich über Unterbrechungen hin artikuliert, findet gerade auch in der Kunst statt. Als solches
treibt es die Philosophie an.“
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