forA on the Urban untersucht anhand eines erweiterten
Architekturbegriffs den offenen, vielschichtigen, vernetzten, komplexen und ungezähmten Charakter urbaner Erscheinungsformen,
Herausforderungen und Situationen.
In der neuesten Ausgabe #1 der Zeitschrift untersuchen sechzehn internationale
Architekt*innen, Künstler*innen und Praktiker*innen die vielfältigen Beziehungen zwischen Reibung und Raum – von alltäglichen
Frustrationen und großen Ungleichheiten bis hin zu sozialen und politischen Konflikten. Gleichzeitig spiegeln diese Beziehungen
das Entstehen von Pluralität und Koexistenz innerhalb und jenseits dessen wider, was als urban verstanden wird.
Der Klangkünstler Steloo reflektiert über das akustische Erlebnis von Accra, während Phineas Harper die Wohnungsknappheit
in Großbritannien untersucht. Die Künstlerin Hira Nabi entwickelt eine Verbundenheit mit zwei Bäumen im Bara-Gali-Wald in
Pakistan, während der Kurator und Künstler Ou Ning und der Architekt Xu Tiantian die Wiederbelebung von Dörfern im ländlichen
China erörtern. Keller Easterling hinterfragt die konventionellen Mechanismen der Wissensproduktion zugunsten wenig bekannter
Dissident*innen und Aktivist*innen im akademischen Diskurs. Alexia León taucht tief in den peruanischen Anden-Amazonas ein,
und Konstantin Kim untersucht die kulturellen Komplexitäten Moskaus. Nasrine Seraji reflektiert über die Reibungen, die sich
im Laufe ihrer sechs Jahrzehnte des Studierens, Praktizierens und Lehrens von Architektur angesammelt haben. Santiago Cirugeda
und María Paz Núñez-Martí dokumentieren die Mauern von Europas größtem Slum, Cañada Real Galiana, die als Leinwände für den
Ausdruck dienen. Lola Sheppard und Mason White hinterfragen den Wert maßstabsgetreuer Zeichnungen in ländlichen und abgelegenen
Gebieten des Polarkreises, während Emilio Distretti und Alessandro Petti, begleitet von Fotografien von Luca Capuano, eine
Vision der architektonischen Demodernisierung anhand der einzigartigen Orte Aba Shawl und der ehemaligen faschistischen Landkolonien
Siziliens vermitteln.
Zwar steht jeder Beitrag für sich – und spiegelt besondere Umstände, Situationen, Dilemmata, Engagements,
Beobachtungen oder Gedanken wider –, doch zusammen ergeben sie ein kaleidoskopisches Bild räumlicher Spannungen, die sowohl
zu Ungleichgewichten als auch zur Entstehung von Vielfalt, Pluralität und Koexistenz geführt haben.
Andrea
Börner, Cristina Díaz Moreno, Efrén García Grinda und
Baerbel Mueller, Institut für Architektur,
Universität für angewandte Kunst Wien
Alle Ausgaben von forA:
#0
forA on the Urban (2021)
#1
forA on the Urban – Eleven Frictions from an Urbanized World (2024)